Rodauner Nikolaus

Freitag 6. Dezember 2019, 15.30 Uhr Treffpunkt: Willergasse-Waldbachrast beim "Fisch“

Auch dieses Jahr kommt der Nikolaus zu den Kindern nach Rodaun und hat kleine Geschenke dabei. Gemeinsam werden Nikolaus und Kinder über den Promenadeweg und den Waldweg zur Bergkirche ziehen. Die Veranstaltung ist für Kinder im Alter von drei bis acht Jahren in Begleitung von Erwachsenen geeignet. Kinder sollen eigene Laternen mitbringen. Gegen 16.15 Uhr findet dann ein Adventsingen und die Geschenkverteilung am Kirchplatz vor der Bergkirche Rodaun statt. Es gibt Schmalzbrote und für Erwachsene Punsch.

 

Der Mann aus Myra

Über das Leben des historischen Nikolaus gibt es nur wenige belegte Tatsachen. Nikolaus hat in Myra in Lykien gewirkt. Heute heißt der Ort Demre und liegt etwa 100 km südwestlich von Antalya in der Türkei. Im 4. Jahrhundert war der Ort Bischofssitz, die Einwohner sprachen Griechisch. Nach übereinstimmenden Berichten wurde Nikolaus zwischen 270 und 286 in Patara geboren, einer Stadt in Lykien.

Der Überlieferung zufolge wurde er mit 19 Jahren von seinem Onkel, dem Bischof von Myra, zum Priester geweiht und dann Abt des Klosters Sion in der Nähe von Myra. Während der Christenverfolgung 310 wurde Nikolaus gefangen genommen und gefoltert. Sein ererbtes Vermögen verteilte er unter den Armen.

Gedenktag mit vielen Bräuchen

Der Gedenktag des heiligen Nikolaus ist mit vielen Bräuchen verbunden. Einige hingen ursprünglich mit der Leseordnung aus der Bibel zusammen. Am sechsten Dezember ist verbindlich der Text vom "Gleichnis vom anvertrauten Geld" aus dem Matthäusevangelium (Mt 25,14–30) vorgesehen. Auf dieses Gleichnis geht der bekannte Brauch der Befragung der Kinder durch den Nikolaus, ob sie denn auch brav und fromm gewesen seien, zurück.

Das Gleichnis vom anvertrauten Geld

"Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging: Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. Dann reiste er ab.

Sofort begann der Diener, der fünf Talente erhalten hatte, mit ihnen zu wirtschaften, und er gewann noch fünf dazu. Ebenso gewann der, der zwei erhalten hatte, noch zwei dazu. Der aber, der das eine Talent erhalten hatte, ging und grub ein Loch in die Erde und versteckte das Geld seines Herrn.

Nach langer Zeit kehrte der Herr zurück, um von den Dienern Rechenschaft zu verlangen. Da kam der, der die fünf Talente erhalten hatte, brachte fünf weitere und sagte: Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh her, ich habe noch fünf dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Dann kam der Diener, der zwei Talente erhalten hatte, und sagte: Herr, du hast mir zwei Talente gegeben; sieh her, ich habe noch zwei dazugewonnen. Sein Herr sagte zu ihm: Sehr gut, du bist ein tüchtiger und treuer Diener. Du bist im Kleinen ein treuer Verwalter gewesen, ich will dir eine große Aufgabe übertragen. Komm, nimm teil an der Freude deines Herrn! Zuletzt kam auch der Diener, der das eine Talent erhalten hatte, und sagte: Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.

Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat!

Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen." (Mt 25,14–30)

Mit Geschenken befüllte Schuhe

Der Brauch in der Nacht die Schuhe oder Ähnliches mit kleinen Geschenken zu befüllen, basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen, die nachts vom heiligen Nikolaus beschenkt wurden. Ursprünglich war der Nikolaustag auch der Tag der Weihnachtsbescherung. In einigen Ländern ist er dies auch heute noch. Erst infolge der Ablehnung der Heiligenverehrung durch die Reformation wurde die Bescherung in vielen Ländern auf Weihnachten verlegt, und infolgedessen wurde Nikolaus als Gabenbringer mancherorts vom Christkind abgelöst. 

In mittelalterlichen Klosterschulen gab es den Brauch, dass die Kinder sich am Nikolaustag einen „Kinderbischof“ aus ihren Reihen wählen durften. Nach dem Prinzip der „verkehrten Welt“ predigte er den Erwachsenen und durfte ihr Verhalten tadeln. An einigen Orten blieb er bis zum 28. Dezember, dem Tag der unschuldigen Kinder, im „Amt“.

Die Veranstaltung wird von RODAUN AKTIV organisiert und von vielen Helfern tatkräftig unterstützt, Ansprechperson:  Walther Fitz, Tel.: +431889 75 75
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist gratis.